Am 16. Juli wurde der per internationalem Haftbefehl gesuchte libysche Milizenführer Khaled Mohamed Ali El Hishri, am Flughafen Berlin Brandenburg verhaftet. Er gilt als einer der Verantwortlichen für das Gefangenenlager Mitiga in Tripolis. Laut Internationalem Strafgerichtshof (IStGH) wird El Hishri die Verantwortung sowie direkte Beteiligung an Folter, Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt, Mord und weiteren Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vorgeworfen. In einem Pressestatement sagt Allison West: “Diese Verhaftung ist für die Überlebenden der schweren Verbrechen, die in der Haft in Libyen, in Mitiga und andernorts begangen wurden, ein längst überfälliger Durchbruch. Sie zeigt, dass internationale Justiz funktionieren kann, wenn Staaten zusammenarbeiten.” Das entschlossene Handeln Deutschlands, dem El Hishris sofortige Überstellung an den Gerichtshof folgen sollte, steht in auffälligem Kontrast zu der gegenwärtig zunehmenden Kooperationsverweigerung von IStGH-Mitgliedsstaaten. Wenn der Gerichtshof sein Mandat in Libyen erfüllen soll, müssen ihn alle Staaten konsequent unterstützen, und die Rechenschaftspflicht darf nicht bei den Befehlshabern der Milizen aufhören. Vielmehr sollte sie sich auf alle erstrecken, die in Libyen systematische Misshandlungen ermöglichen oder aufrechterhalten. Das jüngste Positionspapier von ECCHR und Refugees in Libya zu den IStGH-Ermittlungen enthält detaillierte Empfehlungen, wie die nächsten Schritte aussehen sollten, damit den Leidtragenden Gerechtigkeit zuteil wird, und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.
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