Im Browser öffnen

DEUTSCHE VERANTWORTUNG FÜR DROHNENANGRIFFE. GERECHTIGKEIT FÜR SYRIEN

DEZEMBER 2024 | NEWSLETTER 101

Syrien zeigt uns, wie eine eben noch unerreichbar scheinende Hoffnung auf Befreiung über Nacht Wirklichkeit werden kann. Jetzt wird die landesweite Aufarbeitung der unzähligen Verbrechen des Regimes hoffentlich dazu beitragen, dass ein neues demokratisches Syrien entstehen kann.

Ein Silberstreifen am Horizont eines Jahres, das ansonsten durch die bitteren Realitäten schwerwiegender Konflikte verdunkelt wurde und viele vermeintliche Gewissheiten in Frage stellte. Doch gleichzeitig gab es nie zuvor so viel öffentliche Unterstützung und Mobilisierung für ein starkes Völkerrecht. Die Forderungen nach universeller Gerechtigkeit sind unüberhörbar – auch in Deutschland. Zur Frage, welche Verantwortung die BRD für US-Drohnenangriffe im Jemen übernehmen muss, wurde gerade ein vor zehn Jahren eingereichter Fall vom Bundesverfassungsgericht behandelt. Mehr dazu und zu unserer sonstigen Arbeit lesen Sie in diesem letzten Newsletter des Jahres 2024.


Wir vom ECCHR danken für Ihre Solidarität und Unterstützung und wünschen Ihnen allen das Beste für 2025.


Das ECCHR-Team

Ehemalige politische Gefangene, die im syrischen Saydnaya-Gefängnis inhaftiert waren, musizieren in Berlin. 12 Tage später fiel das Assad-Regime. © Mena Prison Form

Wie die Zukunft beginnen kann

Von Wolfgang Kaleck, Generalsekretär

„Die Ewigkeit ist vorbei“, sagte die syrische Menschenrechtsverteidigerin Joumana Seif am ersten Tag nach dem Sturz des Assad-Regimes. Seif, zugleich Anne-Klein-Preisträgerin 2023, arbeitet seit nunmehr fast acht Jahren mit uns im ECCHR in unserem bisher größten Einzelprojekt daran, die Verantwortlichen für das Folterregime vor Gericht zu bringen. 54 Jahre stand das Land unter der Vormundschaft einer Familiendiktatur: Sie beutete die syrische Gesellschaft systematisch aus, unterdrückte sie mit einer Kultur der Angst und verband Korruption und die Bereicherung Weniger mit einer polizeilich überwachten Abschottung nach chinesischem Vorbild.


Jetzt, nach der Befreiung, wird die Erfassung, Dokumentation und juristische Aufarbeitung der Staatsverbrechen des Assad-Regimes für den Aufbau eines zukünftigen demokratischen Syriens von enormer Bedeutung sein. Syrische Aktivist*innen, Anwält*innen und Überlebende haben in den vergangenen 13 Jahren gemeinsam mit einem Netzwerk internationaler zivilgesellschaftlicher Organisationen – so auch dem ECCHR – unermüdlich in diese Richtung gearbeitet. Nationale Strafverfolgungsbehörden in Drittstaaten haben riesige Mengen an Beweismaterial gesammelt, wegweisende Prozesse nach dem Weltrechtsprinzip haben bereits stattgefunden und die Vereinten Nationen haben eigens zwei Mechanismen zur Untersuchung von Gräueltaten eingerichtet.


Es geht um Abertausende von Verschwundenen, um systematische Folter, um undokumentierte Massengräber, um Kriegsverbrechen vom Giftgaseinsatz bis zu Massakern an der Zivilbevölkerung. Juristisch relevant sind die Befehlsketten der Verantwortlichen, sowohl der staatlichen Folterer, als auch – wenngleich in weit geringerem Maße – der selbsternannten Henker diverser Milizen. Erstmals besteht nun die Möglichkeit, nach Syrien und damit an die Tatorte und zu den allermeisten Tätern zu gelangen.


Mit unseren syrischen Partnerorganisationen diskutieren wir bereits, wie wir Syrer*innen jetzt dabei unterstützen können, einen nachhaltigen Prozess für rechtliche Verantwortlichkeit und Aufarbeitung in Gang zu setzen. Dass dies angesichts des jahrzehntelangen Grauens ein langer Weg sein wird, steht außer Frage. Jetzt geht es darum, die ersten Schritte innerhalb des Landes zu tun, damit auch die Frage der Gerechtigkeit in den Händen der Syrer*innen selbst liegt. Aber wir werden selbstverständlich auch unsere Fälle vor deutschen, französischen, norwegischen, schwedischen und österreichischen Strafverfolgungsbehörden weiter betreiben – und je nach Verlauf der Entwicklung in Syrien und in Absprache mit den syrischen Menschenrechtler*innen vor weiteren Foren aktiv werden.


Oder wie Joumana Seif es ausdrückte: „Jetzt wollen wir sehen, wofür wir all die Jahre gekämpft haben: Ein demokratisches Land mit gleicher Staatsbürgerschaft für alle, in dem die Rechte der Menschen, ihre Würde und ihre Bürgerrechte geschützt werden. Das ist der Traum, für den wir weiterkämpfen werden." 


Sie können uns helfen, diesen Traum zu verwirklichen.


Mehr zum ECCHR-Schwerpunkt Syrien

Instrument der Hoffnung, gebaut aus dem, was in einem syrischen Gefängnis zu finden war. © Mena Prison Forum

Eine gerechte Welt für alle ist möglich

Aber der Weg ist noch lang und unsere Arbeit dringender denn je. Jede Spende – ob groß oder klein – bringt uns näher an unser Ziel, eine Welt zu schaffen, in der Gerechtigkeit siegt und Solidarität keine Grenzen kennt.

Jetzt spenden

VÖLKERSTRAFTATEN UND RECHTLICHE VERANTWORTUNG 

Höchstes Gericht prüft Deutschlands Rolle bei US-Drohnenangriffen im Jemen

Dauer und Verlauf juristischer Verfahren sind in der Regel unvorhersehbar. Doch manchmal erwacht eine Klage, die schon vor langer Zeit eingereicht wurde, plötzlich aus dem prozessualen Dornröschenschlaf und erlangt unerwartet große rechtliche wie politische Bedeutung. Die Ramstein-Klage - ursprünglich 2014 vor dem Kölner Verwaltungsgericht von drei Jeminiten eingereicht, die vom ECCHR und der Organisation Reprieve unterstützt wurden - wird nun vom Bundesverfassungsgericht geprüft. Mit einer Entscheidung ist voraussichtlich im Sommer 2025 zu rechnen. Sie könnte ein Präzedenzfall für den Schutz der Rechte von Zivilist*innen werden - und zwar in jedem Land und in jedem Konflikt, an dem Deutschland beteiligt ist. Andreas Schüller formulierte es nach der Anhörung am 17. Dezember so: "Wir erkennen seit vielen Jahren Muster bei Drohnenangriffen, die wir für völkerrechtswidrig erachten. Darunter leidet vor allem die Zivilbevölkerung und dabei spielt Deutschland durch ganz konkrete Verwaltungshandlungen eine zentrale Rolle.” Entsprechend wird die Verfassungsgerichts-Entscheidung auch für die Klagebefugnisse Betroffener aus anderen Ländern wichtig werden.


Mehr zum Fall

Gerechtigkeit für syrische Kurd*innen

Die aktuellen Ereignisse in Nordost Syrien zeigen deutlich: Wo Straflosigkeit herrscht, gehen Gewalt und Vertreibung weiter. Vor genau sechs Jahren begannen die Türkei und ihre verbündeten Milizen der Syrian National Army (SNA) mit der Militäroperation „Olivenzweig“ die Bombardierung der Region Afrin. Die Willkürherrschaft der Milizen dauert bis heute an. Mehr noch: Die SNA hat in den vergangenen Tagen über 100.000 Menschen, mehrheitlich Kurd*innen, vertrieben. 

Die Verbrechen an Zivilist*innen und die systematische Vertreibung der mehrheitlich kurdischen Bevölkerung werden bislang nicht ermittelt. Im Januar erstatteten wir deshalb Anzeige bei der Generalbundesanwaltschaft. Nun haben wir gemeinsam mit unseren Partnern von Syrians for Truth and Justice einen Schriftsatz beim zuständigen UN-Gremium zur Aufarbeitung der in Syrien begangenen Verbrechen eingereicht, dem International, Impartial and Independent Mechanism. Unser Ziel: Die Straflosigkeit zu beenden und die Verbrechen der Milizen juristisch aufzuarbeiten.


Mehr zum Fall

Unser Dossier "Gerechtigkeit für Afrin"

Konsequenter gegen Angriffskriege vorgehen

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine erinnert weiterhin schmerzhaft daran, dass das Verbrechen der Aggression im Völkerrecht unzureichend geregelt ist. Im Vergleich zu den anderen Kernverbrechen – namentlich Genozid, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen – ist die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) hier deutlich eingeschränkt. Das muss sich unseres Erachtens ändern: Wäre der Gerichtshof in der Lage, Aggression unter den gleichen Bedingungen zu verfolgen wie die anderen Kernverbrechen, würden mehr Staaten wirksam von der Gerichtsbarkeit des IStGH erfasst. Während der diesjährigen 23. Versammlung der Vertragsstaaten des IStGH in Den Haag veranstaltete das ECCHR ein Side Event, um Wege zu einer wirksameren völkerrechtlichen Verfolgung von Aggression aufzuzeigen. Zudem haben wir gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen ein Statement veröffentlicht, das alle Vertragsstaaten auffordert, sich für die längst überfällige Reform einzusetzen.

 

Zum Statement (nur auf Englisch verfügbar)

Engagement für eine starke universelle Gerichtsbarkeit in Europa

Bei der Ermittlung und Verfolgung internationaler Verbrechen wie Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit könnten und sollten europäische Staaten deutlich besser zusammenarbeiten. Um entsprechende Reformprojekte zu unterstützen und die Anstrengungen zur Verfolgung internationaler Verbrechen zu verstärken, engagieren wir uns in der „Global Initiative Against Impunity“. Diese Initiative steht in Dänemark – wo gerade ein neues Gesetz zur universellen Gerichtsbarkeit verabschiedet wurde – und in Polen im Dialog mit Justiz, Ministerien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Zudem fordern wir die EU in unserem kürzlich veröffentlichten Policy Brief dazu auf, die internationale Justiz im Kampf gegen Straflosigkeit stärker und nachhaltiger zu unterstützen.

 

Zum Positionspapier (nur auf Englisch verfügbar)

WIRTSCHAFT UND MENSCHENRECHTE

 Die indonesische Insel Pari ist durch die Klimakrise akut gefährdet. Wie sehr Ernährungssicherheit und Biodiversität zusammenhängen, weiß die lokale Bevölkerung aus Erfahrung. © ECCHR

Naturschutz braucht Menschenrechte - und umgekehrt

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Zustand der Ökosysteme weltweit massiv verschlechtert. Ob und wie sich ihr besorgniserregender Zustand, der mittlerweile alles Leben auf dem Planeten bedroht, wieder verbessern lässt, war Thema der diesjährigen UN-Biodiversity Konferenz (CBD). Theresa Mockel war Gast mehrerer Runden, die sich mit Partner*innen aus Lateinamerika und anderen Weltregionen über Menschenrechte und indigene Rechte austauschten. In der Vergangenheit war es Menschenrechts-Bewegungen und Naturschützer*innen manchmal schwer gefallen, ihre Ziele in Einklang zu bringen. Ein Beharren auf „unberührte“ Natur, in der Menschen nichts verloren haben, ignorierte die zentrale Rolle, die indigene Gemeinschaften beim Schutz bedrohter Ökosysteme spielen. Diese verengte Sichtweise mancher Naturschützer*innen hat dazu beigetragen, traditionelle Lebensweisen und Anbaumethoden zu bedrohen und Vertreibung zu fördern. Doch mittlerweile stehen vor allem Naturschutz-Initiativen von Regierungen oder Konzernen in der Kritik: So erlaubt es beispielsweise „Biodiversity Offsetting“, an einem Ort ein Ökosystem zu opfern, solange man nur irgendwo auf der Welt Ausgleichsmaßnahmen vorweisen kann. Nach dieser Konferenz lässt sich festhalten: Um Biodiversität, die bei der Anpassung an den Klimawandel eine zentrale Rolle spielt, weltweit wirksam zu schützen, müssen die Naturschutzaktivitäten indigener Gruppen gestärkt und die Menschenrechte geschützt werden.

Den Markt zähmen und zivilisieren

Am 1. Januar wird das deutsche Lieferkettengesetz zwei Jahre alt – man könnte auch sagen: Es hat die Ampel überlebt! Das ist, angesichts des unablässigen politischen Störfeuers, das aus wahltaktischen Erwägungen zuletzt selbst von manchen ehemaligen Unterstützer*innen geschürt wurde, nicht selbstverständlich. Diese Analyse war ein Ergebnis unserer Veranstaltung „Zwei Jahre Lieferkettengesetz“. Bei dieser Bestandsaufnahme formulierte Miriam Saage-Maaß ein Fazit, das unsere Arbeit auch im kommenden Jahr leiten wird: „Das Gesetz ist mehr als nur ein internationaler Kampf gegen Kinderarbeit, Sklaverei und unmenschliche Arbeitsbedingungen. Es zwingt uns anzuerkennen, dass der ehrbare Kaufmann eine Illusion ist und der Markt durch Regeln gezähmt und zivilisiert werden muss.“ Als Nächstes steht die Umsetzung der EU-Lieferkettenrichtlinie an. Auch diesen Prozess werden wir kritisch begleiten und vor allem dafür sorgen, dass unsere Partner im Globalen Süden das Gesetz kennen und anwenden können. Alle aktuell wichtigen Fragen zur Lieferketten-Gesetzgebung finden sich auch in unserem neuen Q&A.


Zum Q&A

BORDER JUSTICE

Wenn ein Asylgesuch als Feindseligkeit gilt: Sajjads Geschichte

Zuerst die Flucht aus dem Irak, dann ein Jahr lang rechtswidrig in Litauen inhaftiert ­– diese Erfahrungen hat Sajjad Mohammedhasan der New York Review of Books geschildert. Noch aus der Haft heraus hatte er eine Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verfasst. Seit einiger Zeit unterstützen das ECCHR und die Organisation Equal Rights Beyond Borders ihn bei seiner Beschwerde.

 

Zum Artikel (nur auf Englisch verfügbar)

Mehr zum Fall

INSTITUT FÜR JURISTISCHE INTERVENTION

Alumn* Reunion:

Neue Instrumente für eine veränderte politische Landschaft

Gemeinsames Lernen und kritischer Austausch über menschenrechtliche Interventionen stehen seit zehn Jahren im Mittelpunkt des Critical Legal Training am ECCHR. Anregungen dazu verdanken wir auch einem weit gespannten Ehemaligen-Netzwerk. Beim diesjährigen Treffen kamen über 100 Alumn* und ECCHR-Mitarbeitende zusammen. In Arbeitsgruppen tauschten sie sich eingehend über anwaltschaftliches Engagement in sozialen Bewegungen (movement lawyering), die technische Hochrüstung von Grenzen, die Rechte von Geflüchteten und die Zukunft der neoliberalen Globalisierung aus. Ein Plenum, das von den Alumn* Lavinia Parsi und Amira Tamim moderiert wurde, beschäftigte sich mit Palästina und der Frage, inwieweit das Völkerrecht dort als Instrument der Befreiung oder der Unterdrückung angesehen werden muss. Diskussionsbeiträge dazu kamen von Ahmed Abofoul (Al-Haq), Dr. Nahed Samour (Radboud University) und Chantal Meloni. Insgesamt zeigten alle Debatten, wie sehr sich Menschenrechtsarbeit auf eine in rechtlicher, politischer und technischer Hinsicht veränderte Umwelt einstellen muss. Eine Herausforderung der wir uns dennoch in der Hoffnung auf langfristige Veränderung weiterhin stellen – bestärkt durch den Austausch mit der nächsten Generation von Menschenrechts-Verteidiger*innen.

Let’s talk about solidarity 

Ob Gaza, Ukraine oder Sudan: In jedem Konflikt stellt sich aufs neue die Frage, was Solidarität mit Unterdrückten konkret bedeutet: Wer agiert in welcher Rolle und wer trifft strategische Entscheidungen? Darum ging es bei der Auftaktveranstaltung des diesjährigen ECCHR-Alumn*-Treffens. Während einige Podiumsgäste auch persönliche Erfahrungen in den jeweiligen Konflikten haben, sind andere vorrangig politisch motiviert. Daraus ergeben sich zwangsläufige unterschiedliche Perspektiven und Ansatzpunkte, die an diesem, von Hanaa Hakkiki und Alumn* Colene Arcania moderierten, Abend diskutiert wurden. Ein Fazit war, dass Erfahrungswissen im Kampf um Gerechtigkeit eine unverzichtbare Expertise darstellt, die in der strategischen Menschenrechtsarbeit größeres Gewicht bekommen muss.

© Peter Oliver Wolf

Indigene Landrechte in Argentinen unter Druck

Genau ein Jahr nach seiner Amtseinführung hat Argentiniens Präsident Javier Milei ausgerechnet den Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember genutzt, um diese zu attackieren. Er setzte das Territoriale Notfallgesetz außer Kraft, das die angestammten Landrechte indigener Gemeinschaften Argentiniens anerkannte und sie vor Vertreibungen aus diesen Gebieten schützte. Dies bedeutet eine weitere Eskalationsstufe im von Milei systematisch betriebenen Abbau indigener Rechte zu Gunsten von Profitinteressen. Über die Folgen derartiger Angriffe neoliberaler Politik auf indigene Gemeinschaften, und Möglichkeiten, ihnen durch interdisziplinäre Initiativen zu begegnen haben sich der argentinische Künstler und Aktivist Tomás Saraceno und Wolfgang Kaleck in Schriftenreihe „Beyond Limitations“ unterhalten.


Lesen Sie „Beyond Limitations“ (nur auf Englisch verfügbar)

Zum „Specal Report: Milei. Year one.”  unserer Partner-Organisation CELS (nur auf Englisch verfügbar)

Neues im ECCHR-Podcast 

„Staatsräson gegen Grundrechte“, die neue Folge unserer Podcastreihe Framing Human Rights, beschäftigt sich mit der deutschen Staatsräson im Kontext der anhaltenden Kriegsverbrechen Israels in Gaza. Welche politischen, rechtlichen sowie gesellschaftlichen Auswirkungen hat sie im Inneren? Und welche solidarischen Allianzen lassen sich gegen die repressiven Maßnahmen schließen? Im Gespräch mit Amira Tamim (ECCHR Alumna) sind Simin Jawabreh, Aktivistin und Politikwissenschaftlerin und Paula Zimmermann, Fachreferentin für Meinungs- und Versammlungsfreiheit bei Amnesty International.


Zur Podcastfolge „Staatsräson gegen Grundrechte“

Gemeinsam der Straflosigkeit ein Ende setzen!

Ob Regierungen, Behörden oder Unternehmen - wir gehen entschlossen gegen Menschenrechtsverletzer vor. Dazu brauchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung!

Jetzt spenden

ECCHR

Wir begrüßen neue Trainees

Lisa-Lou Cornet im Institut für juristische Intervention 

Alice Contini im Programm Völkerstraftaten und rechtliche Verantwortung

VERGANGENE VERANSTALTUNGEN

Weltrechtsprinzip stärken

Am 20. November haben Florentina Pircher und Patrick Kroker in Brüssel das Positionspapier zum Kampf gegen Straflosigkeit vorgestellt. Im Gespräch mit EU-Parlamentarier*innen und den fachlich zuständigen Mitarbeiter*innen wurden wichtige Ansatzpunkte herausgearbeitet, um die Wirksamkeit des Weltrechtsprinzip in den kommenden Jahren zu stärken – innerhalb wie außerhalb der EU.


Positionspapier lesen (nur auf Englisch verfügbar)

On Justice #1: Die Versprechen des Völkerrechts

Im Berliner Hebbel am Ufer (HAU) ging es um entscheidende Zäsuren der bisherigen völkerrechtlichen Entwicklung und was sich daraus für Gegenwart und Zukunft lernen lässt. Es diskutierten Andreas Schüller, Kristina Hatas (Amnesty International), Nahed Samour (Rechts- und Islamwissenschaftlerin) und Matthias Goldmann (Rechtswissenschaftler), moderiert hat Armaghan Naghipour (Anwältinnen ohne Grenzen).

Die Diskursreihe zu den Möglichkeiten und Grenzen des Rechts als zivilgesellschaftliches Instrument für progressive Bewegungen und Kämpfe wird 2025 fortgesetzt.


Mehr zur Diskussionsreihe "On Justice"

Gefängnisse verstehen: MENA Prison Forum

Am 27. November hatte das MENA Prison Forum zu einem Konzert- und Diskussionsabend eingeladen. Auf der Bühne des Berliner Theaters Hebbel am Ufer musizierten acht ehemalige politische Gefangene des syrischen Saydnaya-Militärgefängnis. Während ihrer Haft hatten sie Musikinstrumente aus Essensresten und anderen Materialien gebaut, um trotz schlimmster Gewalt und Folter ihrem Widerstand Ausdruck zu verleihen. Zum ersten Mal seit mehreren Jahrzehnten standen sie wieder gemeinsam auf der Bühne. Im Anschluss an das berührende Konzert diskutierte Joumana Seif gemeinsam mit Yassin Al Haj Saleh und Lynn Maalouf über die lange Geschichte von Gefängnis, Folter und Menschenrechtsverbrechen in Syrien. Niemand hätte an dem Abend zu hoffen gewagt, dass Assad und der Schrecken von Saydnaya 12 Tage später Geschichte sein würden.

PUBLIKATIONEN

Patrick Kroker / Whitney Nosakhare / Florentina Pircher

Positionspapier: Europe’s Fight Against Impunity for International Crimes (nur auf Englisch verfügbar)

ECCHR, Oktober 2024

 

Q&A: Zwei Jahre deutsches Lieferkettengesetz

November 2024

 

Sigrun Mathiesen

Feature: Durchs Feuer gegangen

ECCHR, November 2024

 

ECCHR / FIDH / Frank Bold / OXFAM / anti-slavery / Friends of the Earth Europe / European Coalition for Corporate Justice / Clean Clothes Campaign / CIDSE

Transposition-Guide CSDDD (nur auf Englisch verfügbar)

November 2024


Theresa Mockel
Litigating Corporate Responsibility for Climate-Related Loss and Damage (nur auf Englisch verfügbar)

Völkerrechtsblog, 14. November 2024


Alexander Schwarz
Völkerrecht -  Die Stärke des Rechts

neues deutschland, 22. November 2024 


Joumana Seif

„Wir Frauen sollten mit am Tisch sitzen und mit entscheiden“
taz, 13 December 2024


Patrick Kroker
"Mehrere Geheimdienste haben Interesse an den Akten des Assad-Regimes"
rbb, 12 December 2024


Annabell Brüggemann

“Lieferkettengesetz: Für die Bürokratie sind die Unternehmen mitverantwortlich” 

Zeit Online, 15. Dezember 2024

PODCAST / RADIO 

Chantal Meloni

Mandati d'arresto della CPI per Netanyahu, Gallant e Deif (nur auf Italienisch verfügbar)

ECCHR, Oktober 2024

 

Alexander Schwarz
Haftbefehl gegen Netanjahu: Völkerrechtler Dr. Alexander Schwarz über Deutschlands Dilemma zwischen Recht und Staatsräson

Über Israel und Palästina sprechen, 29. November 2024

 

Wolfgang Kaleck 
Humanitäres Völkerrecht - Aus Politik und Zeitgeschichte

APuZ, 04.December 2024

 

Wolfgang Kaleck
Bremse für Kriegsverbrecher

Politikum - der WDR5 Meinungspodcast, 02. December 2024


Wolfgang Kaleck

Interview: An Grausamkeit kaum zu überbietendes Regime

Deutschlandfunk, 12. Dezember 2024

 VIDEO

Wolfgang Kaleck
Haftbefehl gegen Netanjahu, Deutschlands Rolle & das Völkerrecht | Bundespressekonferenz

Jung & Naiv, 29. November 2024 

Sie haben Fragen zum Newsletter?
Lassen Sie uns in Kontakt bleiben!

+49 (0)30 69506023          newsletter@ecchr.eu

ECCHR

EUROPEAN CENTER FOR CONSTITUTIONAL AND HUMAN RIGHTS
Zossener Straße 55 – 58
D – 10961 Berlin

+ 49 30 400 485 90
info@ecchr.eu

Wenn Sie diese E-Mail nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

twitter facebook instagram linkedin youtube
Bankverbindung
Name: ECCHR
Bank: Berliner Volksbank
IBAN: DE77 100 90000 885360 7011
BIC: BEVODEBB

Weitere Informationen zum Datenschutz und Impressum.